15.09.10

- Unartiges Hexenkind - Gedicht von Desi


Es kommt der Abend, dunkel wird’s,
die alte Hex legt sich zur Ruh.
Da tapselt durch die Hexenküch,
das Hexenkindlein und steht nu,
vor Zauberschränken, Kessel, Fässer.
„Was die alte Hex macht, mach ich besser!“
sagt sie zu sich voller Eifer,
nimmt Besenstiel und Mitnachtsschweifer.
Dies ist, für alle die die Hexenstunden missten,
ein pelziges Getier mit rosa Schnäuzchen und 6 Listen.
Die erste sind die Äuglein gar,
herzzerreißend, treu und lieblich,
sie nehmen Zweifel durchaus diebisch.
Die zweite sind die spitzen, pelzbesetzten Ohren,
man ist durch Staunen bald verloren,
wenn das Tierchen, und dies ist die dritte List,
erquickend zwitschernd Käfer frisst.
Und während man im Staunen in den wahrhaft zuckersüßen Listen schwelgt,
kommen List 4 bis 6 zur Gelt.
Das Tierchen frech und unerzogen, ist zugleich sehr schnell und stets verlogen,
Es stibitzt Dir Deine Schätze und reimt dann folgend dreiste Sätze:
„Wenn Du verfällst dem lieblichen Getue, geschieht Dir Recht! Ich nehm Dir Deine Ruhe!“
Dies Plappern ist der Listen letzte Tat, Beschluss vom großen Hexenrat.
Wie dem auch sei, das Hexenkind,
packt ein den Schweifer, eilt geschwind,
zu dem Kessel, den sie füllt mit allem was ihr möglich,
sie erklimmt auf Tisch, Bank und dem Schrank,
bis der Kessel heftig wankt.
Und mit sonderbarsten Dingen sie um sich schmeißt,
die Alte damit aus dem Schlafe reißt.
Als diese in die Küche stürmt,
und sieht was Hexenkindlein tat,
sie voller Zorn an ihre Seite trat.
Da erhebt sich aus dem Kessel der Großpapa
„Geliebter Vessel!“,
schrie die Alte voller Glück,
„Oh, Das ich Dich in meinen alten Tagen,
zurückbekomm im ganzen Stück!“
„Ich dachte Maden hätten Dich schon längst zerfressen....“
„Sag Liebster hast Du schon gegessen?“
„Du bist jetzt 20 Jahre tot, Dein Mäglein sicher hat die größte Not!“

Und so geschah es, dass das Hexenkind,
für seine Taten nicht belangt,
In jeder Nacht von großen Freuden überhäuft,
mit Tränken um sich werfend durch die Küche läuft.

Désirée Müller 15.10. 2010

Kommentare:

  1. HAHAHAHA. Verdammt gut. Witziges Ende. Find ich genial dass du die literarische Vorlage mit etwas Graphischen verbindest. Oder war das Bild die Vorlage für das gedicht?

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  2. Zuerst war das Gedicht, dann kam der kleine Kerl :)))))

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